Frühwarnsystem zur Raupe Nimmersatt –
oder das Monster im Buchsbaum

 

Gefahr im Buchsbaum namens „Buchsbaumzünsler“
Buchs ist manchmal anfällig für Pilzkrankheiten, aber auch der erst seit einigen Jahren bekannte Buchsbaumzünsler, (ein Falter, dessen Raupen massive Fraßschäden an Blättern und Trieben verursachen) kann zum Problem werden. Ganze Buchshecken sind ihnen bereits zum Opfer gefallen.
Darum sollten Sie die Buchsbäume auf Befallssymptome der kleinen grün-schwarzen Raupe Nimmersatt kontrollieren.

Der Buchsbaumzünsler ist ein hübscher nachtaktiver weißer Kleinschmetterling (von ca. 4 cm) mit dunklem Rand an den Flügeln, der nur etwa 8 Tage lebt, was ihm ausreicht um einen Buchsbaum zu finden, an dem er seine Eier ablegen kann. Vögel und andere Insektenfresser verschmähen den Zünsler, und die Schmetterlinge können sich somit ungehindert vermehren. Die Zünsler-Schäden sind zwischenzeitlich so groß, dass sich auch Forschungsstätten mit der Zünslerbekämpfung beschäftigen und nach Lösungen suchen. Im letzten Jahr (2013) ist der Zünsler auch in Nürnberg bereits durch seine Schäden aufgefallen.

 

Der Buchsbaumzünsler überwintert als Raupe. Dabei spinnt sich die Larve in ein watteähnliches Gespinst in dichten Zweigen, oft auch tief im Innern des Buchsbaums ein und übersteht darin geschützt auch den härtesten Winter.  Im Frühjahr, wenn die Temperatur längere Zeit auf über 7°C liegt, beginnen die Raupen wieder mit ihrem Fraß, versteckt im Innern der Pflanze, denn solange er klein ist, frisst er nur an der Unterseite der Blätter.

 

Die gelb-grün-schwarz-gestreiften Raupen mit schwarzem Kopf können bis zu fünf Zentimeter lang werden. Durch ihr Farbmuster sind sie gut getarnt! Sie ernähren sich nicht nur von den Blättern, sondern nagen auch die Rinde ab. Der Buchsbaum wird regelrecht kahlgefressen und damit sterben ganze Triebe ab.

Ein deutlicher Hinweis auf den Zünsler sind die grünen Kotkügelchen der Tiere in den Gespinsten, die nicht zu übersehen sind.

 

Ist die Pflanze befallen, muss schnell gehandelt werden, da sich der Schädling rasant vermehrt; Denn sitzen die Raupen erst einmal fett im Buchs, dann fressen sie sich gnadenlos durch.

D.h. es ist nicht eine Raupe vorhanden, es können hunderte der „Monster“ werden. Die Entwicklung Ei-Raupe-Puppe-Falter vollzieht sich beim Buchsbaumzünsler gleich zwei bis drei Mal pro Gartensaison. Nach etwa 6 Häutungen und einer Länge von ca. 5 cm sind die Raupen erwachsen und verpuppen sich in einem lockeren Gespinst, innerhalb der Buchsbäume. Eine frühzeitige Erkennung ist der beste Schutz für Ihre Pflanzen.

 

Raupen entdeckt:
Sobald Sie erste Anzeichen für einen Befall feststellen, kontrollieren Sie unbedingt regelmäßig, am besten täglich, das Innere des Buchses auf Eigelege, Puppen und Raupen.

 

Das kann ich dagegen tun:

Absammeln von Hand sowie Herausschneiden der Gespinste. Die Verwendung von Gummihandschuhen erleichtert Ihnen bei Berührungsängsten das Anfassen der Raupen. Es wird auch empfohlen, die Raupen mit einem scharfen Wasserstrahl von den Pflanzen zu spritzen. Im Vorfeld sollte ein Tuch/Decke, Folie oder ähnliches unter der Pflanze ausgelegt werden um die Raupen und Pflanzenteile von dort aufzusammeln. Funktionieren soll auch das Absaugen der Raupen mit einem Staubsauger. Nicht auf den Kompost geben! Bitte alles aus dem Garten bringen und sicher und gut verschlossen über den Restmüll entsorgen bzw. vernichten, sodass sie sich nicht weiter verbreiten können!

Bei starkem Befall an sehr großen Buchsbäumen ist zusätzlich zu obigen Maßnahmen die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln/Insektiziden evtl. unvermeidbar. Die Mittel sind nur wirksam, solange die Raupen noch ganz klein sind und die Pflanze komplett, auch im Inneren, gründlich benetzt wird.
Sind die Zweige durch den Rindenfraß bereits verdorrt, ist eine Insektizidbehandlung relativ wirkungslos. Es muss uns klar sein, dass der Zünsler auch durch die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln nur schwer bekämpfbar ist.

Bei Anwendung von Pflanzenschutzmitteln immer beachten: so wenig wie möglich, so viel wie nötig und geben Sie zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, die nützlingsschonend sind, den Vorzug. Sie schonen so Ihre Nützlinge und kleinen Helfer im Garten, die u.a. auch die Blattläuse in Schach halten.
Über die richtige Anwendung und Dosierung lassen Sie sich bitte unbedingt im Fachhandel genau informieren.

Ein zusätzlicher oder notwendiger Rückschnitt Ihres Strauches bei starkem Befall schadet der Pflanze in der Regel nicht. Im Normallfall treibt Buchs danach wieder neu aus.

 

Unsere Bitte an Sie: Auch wenn Sie äußerlich noch keine Fraßschäden feststellen, schauen Sie auch regelmäßig in die Mitte Ihrer Buchskugel, ob dort der Zünsler schon mit seiner Zerstörung begonnen hat.

Da sich mehrere Generationen im Jahr entwickeln, ist über die gesamte Vegetationszeit eine regelmäßige Kontrolle der Pflanze auf Schädlingsbefall erforderlich.

Haben Sie den Befall des Buchsbaumzünslers an Ihrer Pflanze festgestellt, handeln Sie bitte rasch und informieren Sie vorsichtshalber auch Ihre Nachbarn, den Fachberater oder die Vorstandschaft. Nur gemeinsam können wir ein weiteres Verbreiten dieser Raupe Nimmersatt verhindern.

Bitte melden Sie uns, wann und wo Sie die Schädlinge entdeckt haben!

 

Achten Sie bereits beim Kauf von Buchspflanzen genauestens auf eine einwandfreie schädlingsfreie Ware.

 

Wie sieht der Zünsler aus? - Hier finden Sie Informationen:

Gute Bilder über den Zünsler, dessen verschiedenen Entwicklungsstadien, Raupenkot, Gespinste, Aussehen des Kokons und Schadbilder finden sie im Internet. Z.B. auch im „grünen Lexikon Hortipendium“ für Gartenbau und Freizeitgärtner: http://www.hortipendium.de/Buchsbaumzünsler

 

Und hoffen wir einfach mal, dass diese Monsterraupe Nimmersatt namens „Buchsbaum-Zünsler“ den Weg in die Kieslingstraße nicht findet bzw. uns einfach verschmäht.